Familienrecht

Ehevertrag:

Im persönlichen Beratungsgespräch wird der wesentliche Inhalt des Ehevertrags mit Ihnen als Mandant erarbeitet. Anschließend erarbeitn wir den Vertragsentwurf, der später durch einen Notar beurkundet wird.

Wer den Abschluss eines Ehevertrags wünscht, steht oft im Verdacht, den anderen nicht genug zu lieben oder ihn übervorteilen zu wollen. In der Regel sind aber ganz andere Motive maßgebend, wenn ein Partner einen Ehevertrag abschließen möchte. In bestimmten Konstellationen kann aber der Abschluss eines Ehevertrages sinnvoll und richtig sein. So beispielsweise, wenn nur einer der beiden Vermögen hat, wenn eine Firma oder Firmenbeteiligung gehalten werden. Sinn kann ein Ehevertrag auch dann machen, wenn Kinder gewünscht werden und die Frau sich einen höheren als den gesetzlichen Unterhaltsanspruch absichern lassen möchte. Gerade das seit dem 01.01.2008 geltende Unterhaltsrecht benachteiligt Mütter im Vergleich zur früheren Situation. Manche Muttis möchten über einen Ehevertrag erreichen, dass sie länger als vom Gesetz vorgesehen für das Kind / die Kinder zu Hause bleiben und die Kinder selbst versorgen können. Nicht wenige Väter halten das für das Kind / die Kinder für besser als die derzeitige Gesetzeslage, nach der die Mütter schon nach dem 3. Geburtstag des Kindes wieder in Teilzeit arbeiten sollen. Mit einem Ehevertrag wird jedenfalls regelmäßig festgeschrieben, welche Ansprüche bestehen, wenn das Paar sich eines Tages wieder trennen sollte. Es wird also zu einer Zeit, in der man sich noch gut versteht, eine eventuell später auftretende Krisensituation (Trennung/Scheidung) geregelt. Mit fehlender Liebe oder der Angst, die Beziehung würde nicht von Dauer sein, hat es also nichts zu tun, wenn ein Ehevertrag abgeschlossen wird.

Sie können in einem Ehevertrag unter anderem einzeln oder in Kombination vereinbaren:

  • die Unterhaltspflichten der Eheleute gegenseitig oder gegenüber Kindern
  • den Versorgungsausgleich (ihn modifizieren oder ausschließen)
  • den Güterstand Ihrer Ehe (Gütertrennung, Gütergemeinschaft, modifizierte Zugewinngemeinschaft)
  • den Umfang der Erwerbspflicht des die Kinder betreuenden Elternteils
  • Umfang des Umgangsrechts des die Kinder nicht betreuenden Elternteils
  • Vereinbarung anderer Stichtage für den Versorgungsausgleich oder den Zugewinnausgleich
  • Abfindung von Unterhalts- oder anderen Ansprüchen
  • Rückübertragungsansprüche, falls einer dem anderen einen Vermögensgegenstand in der Ehe geschenkt hat
  • Nutzungsrechte, beispielsweise an einem nur einem Ehepartner gehörenden Haus