Familienrecht

Kindesunterhalt

Ausgehend vom Einkommen eines Elternteils, wird der Kindesunterhalt nach der Düsseldorfer Tabelle ermittelt. Erhält der Unterhaltspflichtige das Kindergeld, beträgt der Unterhalt den Betrag aus der Düsseldorfer Tabelle zuzüglich des hälftigen Kindergeldes. Bekommt das Kindergeld der betreuende Elternteil, ist als Unterhalt der Tabellenbetrag abzüglich des hälftigen Kindergeldes zu bezahlen. Das Kindergeld kommt so rechnerisch beiden Eltern zu gleichen Teilen zugute. Bei der Einkommensermittlung können die gleichen Probleme auftreten wie beim Ehegattenunterhalt geschildert. Meist wird aber der Kindesunterhalt zwischen den Eltern vereinbart ohne weitere streitige Auseinandersetzung. Der Unterhaltspflichtige kann, um die Kosten eines Rechtsstreits zu vermeiden, den Kindesunterhalt kostenfrei beim Jugendamt titulieren lassen. Dort wird dann eine Urkunde erstellt, in der sich der Unterhaltspflichtige verpflichtet, einen bestimmten Betrag für das Kind zu bezahlen. Er unterwirft sich wegen des Kindesunterhalts der sofortigen Zwangsvollstreckung in sein Vermögen und beseitigt so ein Rechtsschutzbedürfnis für ein Gerichtsverfahren. Dies bewirkt, dass relativ häufig Rechtsstreite geführt werden über den Elternunterhalt, aber wenige über den Kindesunterhalt. Dies wirkt sich vor allem positiv aus beim persönlichen Umgang des Unterhaltspflichtigen mit dem Kind, weil das Kind selbst so aus dem Streit der Eltern herausgehalten werden kann.